300 Menschen sind beim Weihnachtssingen mit der Stadtkapelle in Achern vereint.
Achern. Dass Weihnachten einen besonderen Klang hat, Lieder teils viele hundert Jahre alt sind und heute immer noch aus vollem Herzen gesungen werden, ist am vierten Adventssonntag beim Weihnachtssingen auf dem Rathausplatz deutlich geworden.
Auch bei der Neuauflage waren 300 Personen anwesend. Sie formierten sich mit der Stadtkapelle um Dirigent Norbert Hann, dem Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde unter der Leitung von Jörg-Peter Hasenburg und Sängern der Fautenbacher Chöre um Kantor Frank Hodapp zu einem imposanten Weihnachtschor.
Als dann das Friedenslicht aus Bethlehem verteilt wurde und viele Kerzen brannten, war dies ein kraftvolles Symbol der Hoffnung, der Solidarität und des Friedens. Das Thema 2025 lautet „Ein Funke Mut“, den der elfjährige Jeries Fadi Khier in der Geburtsgrotte in seiner Heimatstadt entfachte und auf die Reise schickte. Dieser Lichtbringer ist auch in Achern angekommen, kann von Interessierten in den Kirchen abgeholt und nach Hause zu Familien und Freunden getragen werden.
Wenn die beiden Töchter im Jungen Chor Fautenbach singen, dann ist es für die Familie von Patrick Schindler auch Ehrensache, am Weihnachtssingen in Achern teilzunehmen. „In der Gemeinschaft singen macht einfach Spaß und man trifft tolle Leute“, sagte der Vater. Seine Töchter machen auch das Jahr über beim Jungen Chor diese Erfahrung. Deshalb kamen sie gerne mit nach Achern: Beim Singen dieser Lieder komme Weihnachtsstimmung auf, so Franka Schindler.
„Wir haben früher zu Hause immer vor der Bescherung gesungen, sonst gab es keine Geschenke“, berichtete Michael Tessnow, der mit seiner Tuba für das tiefe Blech sorgte. „Weil meine Mutter aus Spanien kommt, haben wir auch noch spanische Lieder gesungen“, so der Musiker vom Posaunenchor. „Bei uns zu Hause wird das ganze Jahr gesungen und ich begleite die Lieder mit der Gitarre“, so Irmgard Allgeier. „Für mich sind alle Lieder schön und die zu Weihnachten ganz besonders.“
Mit dem Weihnachtssingen trafen die musikalischen Organisatoren in Kooperation mit der katholischen Pfarrei, der evangelischen Kirchengemeinde und der Josua-Christengemeinde genau den richtigen Ton. Das große Interesse belegte, dass Menschen nicht nur gerne die seit Kindheit vertrauten Lieder zur Weihnachtszeit hören, sondern auch selbst singen wollen und dies am liebsten in Gemeinschaft. So kamen das festliche „Tochter Zion freue dich“ oder das andachtsvolle „Ich steh an deiner Krippe hier“ von Paul Gerhardt zum Klingen.
Als dann die bunten Lichter des Christbaumes leuchteten, wurde jenes Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“ gesungen, das der Priester Joseph Mohr und der Lehrer Franz Xaver Gruber 1818 in einer bettelarmen Zeit in Oberndorf aufführten. Von hier aus ging es in die Welt und es wurde wie kein anderes Weihnachtslied in allen Sprachen auch zu einem Lied, das den Weihnachtsfrieden verkündet.
Über 300 Besucher kamen zum Weihnachtssingen auf dem Rathausplatz, das nach der Premiere im Vorjahr belegte, wie schön gemeinsames Singen zur Weihnachtszeit sein kann. Foto: Roland Spether