In den Kirchen ist Weihnachtshoffnung spürbar

27.12.2025 |

Acher-und Bühler Bote, 27.12.2025,Roland Spether
 
Die neue Kirchengemeinde Acher-Renchtal ist ab 1. Januar für alle Gläubigen in den 36 Gemeinden ein Neuanfang.

Achern. Dass „in jedem Anfang ganz viel Potenzial steckt“, meinte Pater Johannes Oelighoff in der Christmette in der Acherner Pfarrkirche „Unserer Lieben Frau“. 
 
Mit den Symbolen „großes, gelbes Blatt“ und „kunstvoller, gelber Stern“ lenkte der Geistliche den Blick darauf, dass selbst in noch so einfachen, kleinen und unscheinbaren Dingen und erst recht in jedem Menschen selbst ein Potenzial schlummere, das entfaltet werden möchte und das zu etwas Wichtigem und Großem werden könnte.
 
„Die neue Kirchengemeinde soll ihre Lebendigkeit beibehalten.“
Christof Scherer, Pfarrer
 
Vor über 2.000 Jahren habe Gott einen Anfang im Stall von Bethlehem in jenem Jesuskind gesetzt, in das er so viel Potenzial hineinlegte, damit es die Welt verändern könne. „Gott und Mensch sind Freunde, das hat in Bethlehem seinen Anfang genommen“, so Pater Johannes, der den Mitfeiernden viel Mut machte, diese Freundschaft anzunehmen und in sich sowie mit anderen dieses Potenzial der Liebe zu leben.
Bei seinen interessanten Gedanken über das Anfangs-Potenzial erwähnte er auch den nahenden Start der neuen Kirchengemeinde Acher-Renchtal am 1. Januar 2026, der für alle Gläubigen in den 36 Gemeinden in den vier Tälern ein Neuanfang sei. „Das kann neugierig machen, aber auch Befürchtungen mit sich bringen.“ Doch Gott gehe diesen Weg mit, dies sei eine spannende Erfahrung. Und die Christen müssten überlegen, wie Gott mit ihnen in der neuen Kirchengemeinde unterwegs sein soll. Wichtig sei aber auch, dass jeder Einzelne sein Potenzial erkenne, es für sich und für andere und die Gemeinschaft zum Wachsen bringe.
„Ich wünsche mir, dass der heilige Cyriak als Patron uns verlässlich zur Seite steht“, meinte der Acherner Pfarrer Christof Scherer. Denn die Kirche St. Cyriak in Oberkirch wird nun zur Pfarrkirche aller 36 Gemeinden. „Die neue Kirchengemeinde soll ihre Lebendigkeit und Kreativität beibehalten, die die Gemeinden schon jetzt kennzeichnen.“ Weiter wünschte sich Scherer, „dass sich strukturelle Fragen rasch klären lassen, damit Haupt- und Ehrenamtler gut arbeiten können.“
Mit Christof Scherer wird Ralf Dickerhof (Oberkrich) die neue, große Pfarrei „in solidum“ – „gemeinsam“ – leiten. Ich wünsche mir für die Kirchengemeinde, „dass die damit verbundenen Veränderungen für die Gläubigen nicht entmutigend wirken“, so Dickerhof. Ein weiterer Wunsch sei, „dass wir die Gemeinden stärken können, die Glaubensheimat vor Ort anbieten“.
Doch bei allem Neuen „sollen wir nicht vergessen, dass die Freude am Herrn unsere Stärke ist“, meinte Dickerhof. Und diese Hoffnung wurde in allen Gottesdiensten mit viel Weihnachtsfreude bekräftigt. Als an Heiligabend in den Christmetten und am ersten Weihnachtstag in den Kirchen der Seelsorgeeinheit Achern das Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“ angestimmt wurde, die Gläubigen aus vollem Herzen einstimmten und die wunderschöne Melodie für glänzende Augen sorgte, da wurde ganz viel Weihnachtshoffnung spürbar.
In allen Kirchen wurde wie in Fautenbach durch die jüngsten Chorsänger „Unterwegs“ in Sing- und Krippenspielen das Geschehen der Heiligen Nacht nacherzählt, als Jesus im Stall von Bethlehem geboren wurde. „In der Welt ist es eigentlich schon zum Besten bestellt“, meinte Pfarrer Scherer. Denn vieles sei „ganz einfach gut, wertvoll und wichtig“. Aber es gebe Menschen, die das irgendwie nicht verstehen wollen, sich gegen das Gute stellen und gar Böses tun.
In diesem Zusammenhang nannte er in seiner Predigt am ersten Weihnachtstag den „irrsinnigen Krieg“ mit vielen Toten, den Russland gegen die Ukraine führe. „Dies alles ist widervernünftig, weil es gegen das Gute in der Welt gerichtet ist.“ Demgegenüber stehe das Angebot Gottes, das Vernünftige, Gute und Menschliche in der Welt wiederherzustellen.
Die Kirchenchöre Oberachern, Önsbach, Gamshurst und Großweier, die Schola Achern, der Männerchor Mösbach und der Musikverein Fautenbach brachten die Weihnachtsfreude zum Klingen. Der Kirchenchor Fautenbach, das Orchester „camerata divertimento“ sowie die Solisten Helen Müller, Sarah Hodapp (Gesang) und Thomas Neuberth (Trompete) begeisterten am ersten Weihnachtstag (Orgel: Simon Fallert) unter der Leitung von Frank Hodapp mit dem „Gesang der Engel“ und dem prächtigen Werk „Gloria“ von Antonio Vivaldi. Ein herrliches Abendob mit dem Jungen Chor Fautenbach war dann noch ein weiteres glanzvolles Weihnachtsgeschenk.
Mit einem Evensong am Abend des ersten Weihnachtstages bringt der Junge Chor Fautenbach die Botschaft von Weihnachten mit feinem Gesang zum Klingen. Foto: Roland Spether