Pfarrer Christof Scherer rückt beim Patrozinium den Beschützer der Kirche in den Mittelpunkt
Achern. „Ich heiße Josef, ich bin am Josefstag geboren und auch mein Enkel heißt Josef.“
Für Josef Hodapp aus Fautenbach war es dann auch Ehrensache, mit seiner Ehefrau Roswitha Hodapp und weiteren Fautenbachern nach Önsbach zu pilgern, um am Patrozinium der Nachbargemeinde St. Josef teilzunehmen, den feierlichen Gottesdienst mitzufeiern und den heiligen Josef als Mann an der Seite Marias und wichtigen Wegbegleiter des Jesuskindes zu ehren.
„Für mich ist der Handwerker Josef schon noch ein Vorbild“, betonte Josef Hodapp, während er einräumte, dass es für den damaligen Josef nicht leicht gewesen sein muss. Was er dachte, als ihm seine Verlobte Maria mitteilte, dass sie vom Heiligen Geist und nicht durch ihn schwanger sei, ist in der Bibel nicht überliefert. Diese Situation muss auch für die junge Frau „sehr schwierig gewesen sein“, meinte Roswitha Hodapp.
Pilger aus den Umlandgemeinden machten sich auf den Weg nach Önsbach, wo bereits 1683 eine Kapelle unter das Patronat von Josef gestellt wurde. Der war vor 2.000 Jahren ein Bauhandwerker („Tekton“), stand als Ziehvater Jesu eher am Rande des göttlichen Geschehens und in der Bibel ist kein Wort von ihm überliefert. Doch er sagte „Ja“ zu Maria und deren Gotteskind, für das er sich mit seinem Leben einsetzte. Denn als die Schergen des Königs Herodes I. das Kind töten wollten, brachte er die Familie in Ägypten in Sicherheit. Nach der im Gottesdienst verlesenen Wallfahrt der Familie nach Jerusalem und der Suche nach dem Jesusknaben, verliert sich seine Spur. Nach den apokryphen Evangelien soll er sanft im Schoß Mariens und im Beisein Jesu entschlafen sein. Deshalb wird er von Gläubigen seit alter Zeit als Patron für eine gute Sterbestunde angerufen.
Auf eine etwas andere Facette des Patrons verwies Pfarrer Christof Scherer, als er Josef als „Beschützer und Verteidiger der Kirche“ darstellte, wie dies Papst Pius IX. am 8. Dezember 1870 mit dem Dekret „Quemadmodum Deus“ festlegte. Es war für ihn, den Vatikan und die Kirche eine schwierige Zeit, zumal sich deutsche Bischöfe von ihm abwandten. Lange Zeit davor vertrauten sich die Önsbacher Josef an, der „beständig genügend Gründe“ hatte, über sein Leben zu jammern und zu klagen, so Scherer.
Da waren die Geburt Jesu in einem Stall, die Angst vor Herodes I. und die Flucht nach Ägypten, doch Josef übernahm in komplizierten Situationen ohne Wenn und Aber Verantwortung. Für die Christen heute bedeute dies, sich nicht durch das Leben entmutigen zu lassen, Spielräume wahrzunehmen und für andere da zu sein.
Der Harmonika-Club um Dirigent Ludwig Schemel und der Kirchenchor unter der Leitung von Cornelia Frank verliehen dem Patrozinium einen besonderen, festlichen Klang. Danach erfreute der Musikverein unter Dirigent Fabian Danner die Pilger mit Blasmusik.
Das Patrozinium im Gedenken an den heiligen Josef feiert Pfarrer Christof Scherer (Mitte) mit den Besuchern des Festgottesdiensts. Foto: Roland Spether